Die Weihnachtsfeiertage auf Mallorca
Das beliebteste Event der Vorweihnachtszeit in Spanien ist die Ziehung der Gewinnzahlen der Weihnachtslotterie „El Gordo“ die am 22. Dezember 2008 stattfindet. Die spanische Weihnachtslotterie ist die größte und älteste Lotterie der Welt. Ihre Anfänge gehen auf das Jahr 1763 zurück. Wie bereits zu ihren Anfängen unter König Carlos III., soll sie durch die Abgaben, die spanische Staatskasse füllen. Die Lose werden den ganzen Herbst hindurch bis kurz vor der eigentlichen Lotterie verkauft. „El Gordo“, übersetzt „Der Dicke“ ist die größte Lotterie der Welt, mit Glückslosen die für die Rekordgewinne von über 2,2 Milliarden Euro sorgen. Anders als in Deutschland, werden die Lose, die mit einer fünfstelligen Nummer versehen sind, von den Losverkäufern mehrmals verkauft, so dass es für die verschiedenen Preise auch jeweils immer mehrere Gewinner gibt.
Das Standardlos für 20 Euro das „Decimo“, bedeutet ein Zehntel-Los und kann eine Gewinnsumme von etwa 200.000 Euro einbringen. Mehr als 80 Prozent der Spanier nehmen jedes Jahr an der staatlichen Lotterie teil, die immer nach einem ganz bestimmten Muster abläuft. In zwei Holztrommeln befinden sich mehrere tausend Holzkugeln, die je über eine Losnummer verfügen. Nach jeder Ziehung, werden diese Nummern von festlich gekleideten Jungen und Mädchen vorgesungen. Da es sich um 1500 Losnummern handelt, dauert diese Prozedur schon mal über drei Stunden. Die Fernseh- und Radiosender übertragen dann die Gewinnsummen und deren Gewinner im ganzen Land.
Heiligabend in Spanien unterscheidet sich sehr von dem, was man in Deutschland kennt. So gibt es nicht wie bei uns üblich Geschenke und es stehen in den traditionellen Haushalten auch keine Christbäume, sondern eine Krippe. Ursprünglich war der Weihnachtsmann in Spanien weitgehend unbekannt. Diese Tatsache änderte sich jedoch, als via Fernsehen die TV-Werbung Einzug hielt und man sich an den Anblick des alten kräftigen Kerls mit dem weißen Rauschebart gewöhnte. Seit dem ist er auch in Spanien nicht mehr wegzudenken.
Ähnlich wie mit dem Weihnachtsmann, verhält es sich auch mit der Tradition des beleuchteten Tannenbaumes. Glaubt man den Erzählungen, wurde er gegen 1963 von Immigranten eingeführt und an öffentlichen Plätzen und in einigen Haushalten übernommen. Die Straßen sind nun wunderschön dekoriert und beleuchtet und mit Weihnachtsbäumen und Krippen gesäumt.
In den meisten Familien ist es üblich, dass man den Heiligabend gemeinsam verbringt. Man besucht die Abend- oder Nachtmesse und speist im Anschluss in einem guten Restaurant oder zu Hause. Hier ist es Tradition, dass die Kinder die „Villancicos“ (die spanischen Weihnachtslieder) vortragen. Um 24 Uhr besucht man zusammen die „Misa del Gallo“ (die Mitternachtsmesse). Der Name dieser Messe geht zurück auf die Legende, dass ein Hahn (Gallo) die Geburt Jesu verkündet haben soll.
Im Anschluss verbringen gerade viele junge Leute den Heiligabend in Bars und Discotheken. Der 28. Dezember, der Tag der „Santos Inocentes“ (die Heiligen Unschuldigen) ist für die Mallorquiner so etwas wie für uns der 1. April, deshalb sollte man nicht alles was man in den Zeitungsmeldungen liest für bare Münze nehmen.
Für die mallorquinischen Kinder sind jedoch die „Heiligen Drei Könige“, die am 5. und 6. Januar Einzug halten, der absolute Höhepunkt des Weihnachtsfestes. Am Abend des 5. Januar ziehen die Könige durch die Stadt, eine Prozession, die im Falle Palmas und vieler anderer Orte an der Küste mit der Ankunft der „Heiligen Drei Könige“ und ihres Gefolges per Schiff beginnt. Sobald sie angelegt haben, reiten oder fahren sie dann durch die Stadt, gefolgt von einem Wagen voll beladen mit Geschenken. Begleitet werden sie von tausenden jubelnden Kindern, die ja wissen, dass sie am nächsten Morgen ihre Weihnachtsgeschenke zu Hause im Wohnzimmer vorfinden. Die Könige und ihre Helfer machen sich nämlich in der Nacht auf, um sie dort abzuliefern.



















